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Im Buch von
Terrence Webster-Doyle
"Karate die
Kunst des leeren Selbst",
wird das Thema
Gewalt so beschrieben:
Karate lenkt
die Aufmerksamkeit auf Gewalt. In unserem Alltag leugnen wir gerne eine
Tendenz zur Gewalt und versuchen, gewaltlos zu handeln, indem wir Gewalt
unterdrücken zugunsten irgendeines verklärten Ideals. Es ist aber wichtig,
dass wir uns selbst die Gelegenheit zugestehen, mit allem, was wir sind, in
Berührung zu kommen.
Oder
anders noch:
Wir sollten die
Gewalt, die in uns steckt, nicht mit idealistischen Vorstellungen zudecken,
sondern uns unmittelbar damit auseinandersetzen. Die Kunst des Karate gibt uns
dazu Gelegenheit, weil sie uns eine vertrauensvolle Umgebung bieten kann.
Das Wort
Vertrauen bedeutet hier, das nichts verborgen ist. Wir brauchen ausserdem
einen geregelten Rahmen mit präzisen Grenzen, die unserem Verhalten während
der Übungsstunden gesetzt werden. Diese geregelte, vertrauensvolle Umgebung
gibt uns sowohl die Möglichkeit, ohne unnötige innere Selbstbeschränkung
und Zurückhaltung zu agieren, als auch die Gewalt in uns nicht zuzulassen.
Wir bewegen uns nicht mehr zwischen den entgegengesetzten Extremen von
Verdrängung oder Ausdruck von Gefühlen, sondern auf einem
"Mittelweg". In dieser Nicht-bewegung liegt Klugheit und Einsicht,
denn wir verstehen nun die Gewalt in uns und können sie transzendieren.
"
Den Feind kampflos zu besiegen, ist die höchste Kunst."
(
Gichin Funakoshi, der Begründer des modernen Karate, aus: Karate-do – Mein
Weg.)
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